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Romanische Roma-Literatur(en)

Die Forschergruppe arbeitet auf der Grundlage eines inter- und transmedialen Literaturverständnisses: Untersuchungsgegenstand sind folglich narrative, lyrische und dramatische Texte, Liedtexte (inklusive Formen der new oralitywie Rap und Hiphop), Comics, Graphic Novels und Filme, die von Roma-Autoren/innen geschaffen wurden. Der Fokus wird auf Produktionen in den romanischen Mehrheitssprachen Französisch, Spanisch, Italienisch, Rumänisch und Portugiesisch gelegt. Gleichwohl sich die Forschergruppe der grundlegenden Problematik klassifikatorischer Zuordnungen als Konstrukte durchaus bewusst ist, bedarf die Durchführung des Forschungsprojektes einer pragmatischen Regelung: Als Roma-Autor/in gilt nach dem Verständnis der Forschergruppe, wer sich in Paratexten, in öffentlichen Foren (bspw. im Internet, in Interviews etc.) oder (sozio-)politischen Initiativen explizit als Rom/Romnì präsentiert. 

Das Phänomen der Roma-Literatur(en) ist ein recht neues. Mit Blick auf die Romania kann der französischsprachigen Roma-Autor Matéo Maximoff (1917-1999) als Pionier beschrieben werden. Beredtes Zeugnis eines sich gegen Ende des 20. Jahrhunderts etablierenden Selbstverständnisses literarisch aktiver Roma ist die International Romani Writers’ Association (IRWA), die 2002 gegründete internationale Vereinigung von Roma-Schriftstellern.Der Untersuchungszeitraum beginnt folglich etwa um 1945 und erstreckt sich bis in die unmittelbare Gegenwart.